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Alte St. Antonius Kirche Hau

Die ehemalige Kapelle auf dem Hau wurde erstmals bei ihrer Einweihung 1378 urkundlich erwähnt. Sie wurde erbaut auf Veranlassung des Grafen Adolf I. von Kleve und seiner Gemahlin Gräfin Margarethe von Berg zu Ehren des heiligen Antonius des Großen (Abbas). Der Grund für den Bau einer Kapelle auf dem Hau war wohl der mühselig lange Kirchweg, vor allen Dingen bei schlechten Witterungsverhältnissen, zur Pfarrkirche auf dem Kirchberg in Kleve (Stiftskirche). Zudem wurde 1341 die Pfarrkirche in den Mauerring der Stadt Kleve einbezogen. Mauern und Stadttore trennten jetzt die Pfarrkirche vom größten Teil des Kirchspiels.

Der Baumeister, der 1378 erbauten Kapelle, ist wahrscheinlich Conrad von Kleve, der damals Baumeister am Klever Hofe war. Sie wurde erbaut als einschiffige Hallenkirche mit einem wuchtigen Turm und einem Querjoch an der Nordseite. Die Ausführung erfolgte in Backsteinen.

Diese Kirche ist wohl die älteste Backsteinkirche am Niederrhein. Über drei Jahrhunderte hindurch war sie Muster und Vorbild für die Backsteinbaukunst im Kleverland. Bis zum Ende der 19. Jahrhunderts blieb sie unverändert.

Durch eine zunehmende Besiedlung der Gemeinde wurde eine Erweiterung der Kirche unumgänglich. Zunächst musste aber der Turm renoviert werden, nachdem dreimal in kurzer Folge Blitze dem Turm heftig zugesetzt hatten. Der Helm wurde in den ursprünglichen Maßen und in der Konstruktion wieder nachgebaut.

1882 wurde dann mit der Erweiterung begonnen. Nach Plänen des Architekten Pelzer aus Kleve wurde das Querjoch an der Nordseite abgerissen und an der Nord- und Südseite je ein Seitenschiff mit drei Jochen und einer Sakristei angebaut.

Diese Sakristei wurde 1959 erneut abgebrochen und durch eine größere ersetzt. Leider sind bei diesem Abbruch und den Renovierungsarbeiten viele alte Kunstwerke von unschätzbaren Werten zerstört oder an Krämer oder Museen verschleudert worden. Vieles ist leider durch Neugotisches ersetzt worden.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Kirche stark beschädigt. Zu Beginn der Offensive der Alliierten sollte sie sogar gesprengt werden. Ein gutes Geschick verhinderte jedoch diese Katastrophe.

Nach dem Wiederaufbau 1950 erfolgte dann ab 1976 eine radikale Sanierung. Sie war notwendig geworden, weil immer größer werdende Schäden am Baukörper sichtbar wurden.

Heute präsentiert sich die alte St. Antonius Abbas Kirche in Hau als eine dreischiffige, aus Backstein errichtete Hallenkirche mit drei Jochen und mit einem aus fünf Seiten eines Achtecks vorstehenden Chores sowie einem viergeschossigen Turm mit eingezogenem Spitzhelm.

Bemerkenswert ist das Tympanon im Portal.

1869 wurde dieses im neugotischen Stil neu gestaltet.

Das Relief im Tympanon stellt die beiden Einsiedler Antonius und Paulus im Gespräch miteinander dar. Über ihnen schwebt ein Rabe. Täglich bringt er dem heiligen Paulus ein halbes Brot. Aber mit Rücksicht auf den Besuch bringt er heute ein ganzes Brot.

Dieses Werk wurde gestiftet von Th. Versteegen. Es hat 83 Taler und 10 Silbergroschen gekostet.

Geschaffen hat es der Bildhauer Allard.

Neben der alten Antonius-Kirche besteht seit 1988 eine neue Antoniuskirche an der Alten Landstraße. Diese neue Kirche ist heute Filialkirche der neuen Pfarrgemeinde St. Antonius Bedburg-Hau.

 

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Alte Kirche Hau
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